Coffee Circle Kaffeebohnen in unserer Rösterei
#Kaffeewissen

Im Vergleich: die Sorten Arabica und Robusta

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Wer sich mit Kaffee auseinandersetzt, kommt an den Begriffen „Arabica“ und „Robusta“ nicht vorbei. Wir klären über die Unterschiede zwischen den beiden bekanntesten Kaffeegattungen auf.

100 % Arabica ist wohl das bekannteste Marketingargument, das jeder Kaffeetrinker kennt. Im Supermarkt verspricht diese Aussage höchste Qualität, „minderwertige“ Robusta Bohnen werden dagegen nur aus Kostengründen beigefügt. So zumindest das Vorurteil. Doch kaum einer weiß mehr über die tatsächlichen Unterschiede der beiden Kaffeearten. Was ist dran am schlechten Ruf von Robusta?

Die Hauptunterschiede

Herkunft & Anbauregionen

Insgesamt kennen wir mehr als 100 Kaffeesorten, die alle unter dem Gattungsnamen Coffea benannt sind. Neben Coffea Arabica und Coffea Canephorea (= Robusta) machen die beiden Sorten Coffea liberica und Coffea excelsa aber nur 1 % des gehandelten Volumens aus.

Die Arabica Pflanze wurde bereits im 7. Jahrhundert in Äthiopien entdeckt, Robusta erst viele Jahrhunderte später in Uganda. Allerdings wissen wir mittlerweile, dass Arabicapflanzen ca. 10.000 Jahre alt sind, während das Alter von Robusta auf ca. 100.000 Jahre geschätzt wird. Länder wie Brasilien, Kolumbien und Äthiopien sind heute für ihre Arabica Kaffees bekannt. Heutzutage nimmt der Anbau von Arabica 60 – 70 % des weltweiten Kaffeeanbaus ein, während Robusta 30 – 40 % ausmacht und vor allem in Ländern wie Vietnam, Indien und Indonesien produziert wird.

Arabica Kaffees machen 60 – 70 % des weltweiten Kaffeevolumens aus, Robusta Kaffees nur 30 – 40 %.

Anbaubedingungen

Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Kaffeegattungen und es wird deutlich, woher „Robusta“ Kaffee seinen Namen hat. Arabica Pflanzen werden in höheren Anbaugebieten von 600 m bis 2.300 m angebaut. Die Höhenlage beeinflusst, wie schnell die Kirschen reifen. Je höher die Pflanze wächst, desto langsamer reift sie und hat dadurch mehr Zeit komplexe Aromen zu entwickeln. Unsere Limited Edition Kaffees werden alle ab 1.700 m angebaut. Arabica Pflanzen brauchen konstante Temperaturen um 15 – 25 °C, ohne extreme Wetterausschläge oder -einbrüche, wie Dürre, Frost oder ähnliches. Die meisten Arabica Varietäten bevorzugen den Anbau im Schatten und vertragen kein direktes Sonnenlicht. Hier ist allerdings hinzuzufügen, dass mittlerweile auch einige Arabica Varietäten besser mit direkter Sonneneinstrahlung umgehen können.

Wie der Name verrät sind Robusta Pflanzen robuster und resistenter, als ihre Verwandten Arabica Pflanzen. Temperaturschwankungen, starke Sonneneinstrahlung oder Insekten können Robusta kaum etwas anhaben. Die Pflanzen wachsen auch bei Temperaturen von bis zu 36 °C und in niedrigen Höhenlagen ab 200 m. Hinzu kommt, dass Robusta ertragreicher ist als Arabica, die Pflanzen also mehr Kaffeekirschen produzieren. Wird die Pflanze nicht gepflegt und zurück geschnitten, können Robusta Bäume bis zu 10 m in die Höhe wachsen, während es Arabica Pflanzen nur bis zu maximal 8 m schaffen.

Aussehen & DNA

Die Pflanzen erreichen voll ausgewachsen nicht nur unterschiedliche Größen, sie unterscheiden sich auch im Aussehen der Blätter und Bohnen. Die Blätter der Arabica Pflanze laufen oval zu. Robusta Blätter sind dagegen runder und etwas kleiner. Während die Arabica-Bohne für ihre ovale Form mit einem schmalen S-förmigen Schnitt in der Mitte der Bohne bekannt ist, erscheint die Robusta Bohne hingegen nahezu rundlich mit einem geraden, breiten mittleren Schnitt. Allgemein sagt man, dass Arabica Bohnen etwas größer sind als die einer Robusta Pflanze, dies hängt jedoch stark von der jeweiligen Varietät ab.

Auch im „Inneren“ läuft nicht alles gleich ab. Arabica Pflanzen weisen 44 Chromosonen vor, das ist die doppelte Anzahl der Robusta Pflanzen. Die natürliche Komplexität der Arabica Pflanze erklärt, warum diese auf natürliche Art und Weise dazu in der Lage ist eine komplexere Geschmacksvielfalt zu erzeugen.

Robusta vs. Arabica

Foto: Robusta Bohnen (links) und Arabica Bohnen (rechts) im Vergleich

Geschmack

Schon die Tatsache, dass Arabica und Robusta in verschiedenen Regionen zu verschiedenen Bedingungen angebaut werden, lässt vermuten, dass sie sich auch im Geschmack nicht gerade ähneln. Schließlich sind Anbauort und -bedingungen von Kaffee ausschlaggebend für einen guten Geschmack.

Arabica-Kaffee ist bekömmlicher und geschmacklich nuancierter. Man erkennt ihn an seinem starken Duft, seiner hellhaselnussbraun-rötlichen Crema und den feineren, fruchtigeren und allgemein komplexeren Geschmacksnoten. Zudem ist Arabica-Kaffee weniger bitter und hat einen geringeren Chlorogensäuregehalt, was ihn magenverträglicher als den Robusta macht.

Robusta-Kaffee hat aufgrund des geringeren Ölanteils eine länger haltbare Crema

Der typische Robusta Geschmack wirkt oft dunkel scho­ko­la­dig, erdig und etwas bitter. Doch gerade Süditaliener schätzen dies, da der kräftigere Ton mit Zucker zu einem Karamellton verschmilzt. Das ist auch der Grund, warum traditionelle Espressomischungen oft einen Robusta Anteil von fast 50 % haben. Koffeinbedürftige wird interessieren, dass Robusta-Kaffee im Vergleich zu Arabica die doppelte Menge der anregenden Substanz enthält.

Zurück zur Ausgangsfrage

Bestätigt sich somit das Vorurteil? Leider ist die Antwort wie so oft nicht eindeutig, da guter Kaffee von soviel mehr als nur Name und Preis abhängt. So ist nicht jeder Robusta billig und schlecht verarbeitet und nicht jeder Arabica ein Musterbeispiel an Gourmetkaffee. In der Tat gehören sogar nur knapp 5 % des weltweit gehandelten Arabicas zu Spezialitätenkaffees, wie unsere Kaffee und Espressosorten.

Unsere Arabica Kaffees