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Meine Reise ins Kaffeeland und das berühmte Gesha Village
#Reisen

Meine Reise in das berühmte Gesha Village

Ein Beitrag von Hannes Fendrich in der Kategorie #Reisen  vom 06. Jänner 2016

Im Dezember 2015, bereits einen Tag nach meinem Erfolg beim Brewer’s Cup bin ich in den Flieger nach Addis Abeba gestiegen, um mit Martin, Anne und Anna bei der Kaffeeernte in Äthiopien dabei zu sein und das berühmte Gesha-Village zu besuchen.

Nach unserer Landung in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba sind wir direkt weitergefahren: unser Ziel war die Limu Region in der Nähe von Jimma. In diesem Jahr hat die Ernte in diesem Teil des Landes mit Verspätung eingesetzt. Grund dafür war, dass die Regenzeit länger als üblich angehalten hat. Als wir dann im Dezember in Äthiopien waren, befand sich die Ernte gerade auf dem Peak.

Meine Reise ins Kaffeeland und das berühmte Gesha Village
Meine Reise ins Kaffeeland und das berühmte Gesha Village
Meine Reise ins Kaffeeland und das berühmte Gesha Village
Meine Reise ins Kaffeeland und das berühmte Gesha Village
Meine Reise ins Kaffeeland und das berühmte Gesha Village

Das Highlight: Feiern mit den Kaffeefarmern

Das Highlight für mich war bei diesem Trip der Besuch bei der Biftu Gudina Kooperative, mit deren Kaffee ich nur 6 Tage zuvor den Brewer’s Cup gewinnen konnte (für alle, die es nicht wissen: Beim Brewer’s Cup geht es darum, den besten Kaffee zu brühen und die treffendste Geschmacksbeschreibung abzugeben). Biftu Gudina befindet sich in der Agaro Region circa 2 Autostunden von Jimma entfernt. Die Landschaft um Biftu herum ist wundervoll, unberührte Natur und saftig grüne Vegetation. Als wir an der Wetmill in Biftu ankamen, wurden wir sehr freundlich von einer Gruppe Farmern empfangen. Als ich ihnen von meinem Brewer’s Cup Erfolg berichtete, freuten sich die Farmer mit mir und mir kam ein klein bisschen die Gänsehaut, als ich gemerkt habe, wie stolz die Farmer auf ihren Kaffee sind und dass ihnen ein solcher Erfolg wirklich sehr viel bedeutet.

Um den Erfolg zu feiern, hat uns die Kooperativenleitung auf einen Kaffee in das Vorstandshäuschen eingeladen. Obwohl ich die traditionell zubereiteten äthiopischen Buna-Kaffees meistens als zu stark geröstet und zu bitter gebrüht empfinde, muss ich sagen, dass der Buna an der Biftu Gudina Kooperative wahnsinnig lecker war. Trotz der starken Röstung kamen bei diesem Buna noch die tollen floralen Noten und die hohe Komplexität des Kaffees durch – der Biftu Gudina Kaffee ist wirklich einmalig!

Meine Reise ins Kaffeeland und das berühmte Gesha Village

Das Gesha Village – auf Besuch bei DER wahren Heimat der Gesha Varietät

Ein weiterer ganz besonderer Ausflug war mein Besuch im Gesha Village kurz vor der Süd-Sudanesischen Grenze. Das Gesha Village ist eine privat geführte Kaffeefarm, die in 1900 Metern Höhe in den Bergen in der Bench Maji Zone liegt. In dieser abgeschiedenen Region läuft das Leben noch sehr ursprünglich ab und die nächste kleinere Stadt liegt ca. 50km entfernt. Da es hier praktisch keine automobilen Verkehrsmittel gibt, legen die Menschen hier – die Meanit – alle Strecken zu Fuß oder tatsächlich noch zu Ross zurück. Der Schotterweg zum Gesha Village ist in schlechtem Zustand und so ist die Anreise auch sehr beschwerlich und nur mit einem Allradfahrzeug zu bewältigen.

Umso mehr haben wir uns gefreut, als wir das Ziel erreicht haben. 7km entfernt vom Gesha Village liegt das Dorf Gesha und so auch DIE Heimat der Gesha Varietät. Nachdem diese Varietät in Panama Anfang der 2000er aufgrund ihres außergewöhnlich exotisch-fruchtig und floralen Geschmacks einen einzigartigen Ruf entwickelt hat, haben sich Kaffeeforscher auf Entdeckungsreise nach dieser Varietät nach Gesha begeben und im Umkreis nach der Ursprungspflanze gesucht. Die Recherche deutet darauf hin, dass unweit von diesem Dorf, in dem Gori Gesha Wald, der genetische Ursprung dieser besonderen Varietät liegt. Das Gesha Village hat ein paar dieser ursprünglichen Gesha Varietäten vervielfältig und auf ihrem Terroir ausgepflanzt. Vor 4 Jahren wurden die ersten Pflanzen eingepflanzt und im letzten Jahr gab es die erste kleine Ernte. Die Qualität dieser Ernte wusste bereits zu überzeugen. Von der diesjährigen Ernte konnte ich mir nun selbst ein Bild verschaffen und ich war wirklich begeistert von der Art und Weise, wie akurat das Pflücken und die Verarbeitung ablief. Die Pflücker achten akribisch darauf, nur die roten Kirschen zu ernten und bevor die Kirschen verarbeitet werden, werden sie auf einer Plane nochmals vorsortiert. Die weitere Verarbeitung findet sowohl im washed processing als auch im sundried processing statt. Die Kirschen werden nach „day lots“ separiert, so dass die vollständige Transparenz bis zum Endprodukt gewährleistet ist.

Neben der vorbildlichen Farmleitung ist das Gelände einmalig: Ein großer Wald liegt auf dem Farmgelände und wurde von den Besitzern als Biosphäre geschützt. Inmitten des Waldes gibt es noch vom Aussterben bedrohte Baumarten und im Zentrum gibt es einen herrlichen Wasserfall. Dieses besondere Mikroklima des Waldes spiegelt sich auch positiv im Kaffeegeschmack nieder und verleiht ihm wilde Geschmacksnuancen. Die ersten ganz frischen Samples konnte ich vor Ort bereits cuppen und ich kann definitiv sagen, dass im Gesha Village phänomenal tolle Qualitäten produziert werden. Wer weiß, vielleicht werden wir auch mal als Special einen Gesha Kaffee anbieten.

Meine Reise ins Kaffeeland und das berühmte Gesha Village

Hannes Fendrich

Hannes hat schon zu Studienzeiten in der heimischen WG-Küche damit begonnen, Kaffee zu rösten und ist nicht nur deshalb unser Mann! Hannes ist maßgeblich für die Auswahl, den Einkauf und die Röstung unserer Kaffees verantwortlich. Am liebsten trinkt er Filterkaffee - "black as midnight on a cloudless night".

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